Zukunftssicher heizen: Wenn Pellets, Photovoltaik und Pufferspeicher zusammenspielen
Ein Kloiber-Projekt aus der Praxis
Eine moderne Heizungsanlage soll heute nicht nur zuverlässig Wärme liefern. Sie soll vorhandene Energie möglichst effizient nutzen und unterschiedliche Energiequellen sinnvoll miteinander verbinden. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt ein aktuelles Projekt der Kloiber GmbH: Im Zuge eines Hausumbaus wurde eine bestehende Ölheizung durch eine Pelletheizung ersetzt und gleichzeitig eine neu errichtete Photovoltaikanlage intelligent in das Heizsystem eingebunden.
Vom Ölkessel zur kombinierten Energielösung
Der bestehende Ölkessel wurde durch einen Pelletskessel von ÖkoFEN, eine Pellematic Compact, ersetzt. Gleichzeitig wurde ein neuer Pufferspeicher mit 1.000 Litern Fassungsvermögen eingebaut. Er versorgt sowohl die Raumheizung als auch die Warmwasserbereitung.
Damit war die Modernisierung aber noch nicht abgeschlossen: Die Kundin ließ im Zuge des Hausumbaus auch eine neue Photovoltaikanlage mit 20 kW Leistung errichten. Ziel war es, von Öl wegzukommen und gleichzeitig den selbst erzeugten PV-Strom möglichst gut für die eigene Energieversorgung zu nutzen.
PV-Überschuss wird zu gespeicherter Wärme
In den Pufferspeicher wurde dafür eine thermische Hydraulik-Station integriert. Sie macht überschüssigen Strom aus der Photovoltaikanlage für die Wärmeerzeugung nutzbar. Sobald genügend PV-Überschuss vorhanden ist, gibt der Fronius-Wechselrichter die Station frei. Die Station nutzt den verfügbaren Überschussstrom und bringt die erzeugte Wärme gezielt in den Pufferspeicher ein.
Ein wesentlicher Vorteil gegenüber einem herkömmlichen Elektroheizeinsatz ist dabei die Nutzung des gesamten Pufferspeichers. Durch die hydraulische Beladung kann der Speicher vollständig genutzt werden. Gleichzeitig reagiert die Anlage bereits auf sehr kleine Überschüsse: Schon ab rund 100 Watt kann die Station anlaufen. Damit lässt sich auch ein geringer momentaner PV-Ertrag unmittelbar thermisch nutzen.
Pellets und Sonne arbeiten im selben System
Das Ergebnis ist keine einzelne Heiztechnik, sondern ein aufeinander abgestimmtes Energiesystem. Die Pelletheizung stellt zuverlässig Wärme bereit, während überschüssiger Sonnenstrom dann genutzt wird, wenn er gerade zur Verfügung steht. Die dabei erzeugte Wärme wird im 1.000-Liter-Pufferspeicher zwischengespeichert und steht für Heizung und Warmwasser zur Verfügung.
Gerade bei Sanierungen zeigt sich damit, wie sinnvoll bestehende Anforderungen und neue Möglichkeiten zusammengedacht werden können: weg von fossilem Heizöl, hin zu Pellets und einer besseren Nutzung der Energie vom eigenen Dach.
4. Generation: Handwerk trifft moderne Energietechnik
Geplant und umgesetzt wurde die Anlage von Maximilian Meindl. Er steht bei Kloiber bereits für die vierte Generation im Familienbetrieb und hat selbst im Unternehmen gelernt. 2023 legte er die Meisterprüfung in Heizungstechnik ab, 2024 folgte die Meisterprüfung in Gas- und Sanitärtechnik.
Damit verbindet sich in diesem Projekt auch ein Stück Kloiber-Geschichte mit moderner Gebäudetechnik: langjährige Erfahrung im Handwerk, weitergegeben über Generationen, trifft auf intelligente Lösungen für die Energieversorgung von heute.
Welche Heizung passt zu Ihrem Zuhause?
Nicht jedes Gebäude braucht dieselbe Lösung. Ob Pelletheizung, Wärmepumpe, Kachelofen, Photovoltaik-Einbindung oder eine Kombination mehrerer Systeme: Entscheidend ist, dass Technik, Gebäude, Energiebedarf und die vorhandenen Möglichkeiten zusammenpassen. Bei Kloiber betrachten wir deshalb nicht nur ein einzelnes Heizgerät, sondern das gesamte System – von der Wärmeerzeugung über Speicherung und Warmwasser bis zur sinnvollen Nutzung selbst erzeugter Energie.
- Ausgangslage | Bestehender Ölkessel
- Neue Heizung | ÖkoFEN Pellematic Compact Pelletskessel
- Pufferspeicher | Neu eingebaut, 1.000 Liter; für Heizung und Warmwasser
- Photovoltaik | Neu errichtet, 20 kW
- PV-Nutzung | Thermische Hydraulik-Station; Freigabe über Fronius-Wechselrichter bei PV-Überschuss
- Besonderheit | Nutzung auch kleiner Überschüsse ab rund 100 W; hydraulische Beladung des gesamten Pufferspeichers
Kann eine Pelletheizung mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden?
Ja. Wie das Kloiber-Projekt zeigt, können Pelletheizung und Photovoltaik gemeinsam in ein Heizsystem eingebunden werden. Überschüssiger PV-Strom wird dabei zur Wärmeerzeugung genutzt und die erzeugte Wärme im Pufferspeicher gespeichert.
Wie kann PV-Überschuss für die Heizung genutzt werden?
Bei diesem Projekt wird der überschüssige PV-Strom über eine thermische Hydraulik-Station für die Wärmeerzeugung genutzt. Die erzeugte Wärme wird anschließend in den Pufferspeicher eingebracht.
Welche Aufgabe hat der Pufferspeicher?
Der Pufferspeicher speichert erzeugte Wärme zwischen und stellt sie für Raumheizung und Warmwasser zur Verfügung. Im beschriebenen Kloiber-Projekt kommt ein Speicher mit 1.000 Litern Fassungsvermögen zum Einsatz.
Lohnt sich die Kombination aus Pelletheizung und Photovoltaik bei einer Sanierung?
Ob diese Kombination sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Gebäude, Energiebedarf und den vorhandenen Möglichkeiten ab. Deshalb sollte bei einer Sanierung das gesamte Heizsystem betrachtet und individuell geplant werden.
Kann auch wenig überschüssiger PV-Strom genutzt werden?
Bei der in diesem Projekt eingesetzten Lösung ja. Die thermische Hydraulik-Station kann laut Projektbeschreibung bereits ab einem PV-Überschuss von rund 100 Watt anlaufen.